Sexuelle Belästigungen in Form von verbalen Anspielungen und Anzüglichkeiten

Rechtsanwalt Axel Pöppel Allgemein, Arbeitsrecht, fristlose Kündigung, Kündigung, Kündigungsschutzklage

Wenn ein Arbeitnehmer wiederholt anzügliche, sexuelle Bemerkungen gegenüber Kollegen macht, dann kann dies nach der Auffassung des Bundesarbeitsgerichts eine fristlose Kündigung rechtfertigen.

In dem konkreten Fall hatte ein langjähriger Mitarbeiter eines großen Möbelhauses einer Kollegin zunächst einen Klaps auf den Hintern gegeben. Daraufhin war er von Seiten des Arbeitgebers abgemahnt worden. Dennoch machte der Arbeitnehmer in der Folgezeit gegenüber der selben Kollegin wiederholt sexuelle Anspielungen. Nachdem sich die Kollegin beschwert hat, kündigte der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer fristlos.

Der Arbeitnehmer wehrte sich gegen die fristlose Kündigung mit einer Kündigungsschutzklage und trug vor, er habe die Kollegin nur ein wenig ärgern wollen, eine weitere Abmahnung wäre dafür ausreichend gewesen. Das LAG gab dem Arbeitnehmer recht, dieses Urteil hat das Bundesarbeitsgericht jetzt jedoch aufgehoben. Die verbalen Attacken des Arbeitnehmers hätten eine Grenze überschritten, die eine fristlose Kündigung rechtfertigen würden. Dies gelte vor allem, da der Arbeitnehmer zuvor wegen eines gleichartigen Verstoßes bereits abgemahnt worden sei. Auch die späteren Entschuldigungen des Arbeitnehmers bei der betroffenen Kollegin hätten keine andere Entscheidung zugelassen.

Quelle: Bundesarbeitsgericht – Urteil vom – Az. 2 AZR 323/10

 

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Fachanwalt für Arbeitsrecht
Rechtsanwalt Axel Pöppel ist seit mehr als 15 Jahren mit seiner Hamburger Kanzlei Pöppel Rechtsanwälte als Anwalt tätig. Er ist Fachanwalt für Arbeitsrecht und hat sich auf Kündigungen, Abfindungen und Aufhebungsverträge spezialisiert.
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